Lily Next-Gen Drone

Bilder sind von Lily

Lily Next-Gen Drone

Es hört sich zunächst an wie ein schlechter Scherz - es kommt doch eine Lily Drone auf den Markt. Dabei handelt es sich jedoch nicht um die originale Lily Drone, welche kläglich gescheitert ist (bzw. deren Macher), sondern um die neue Lily Next-Gen Drone. Diese wird von einer anderen Firma auf den Markt gebracht, der Mota Group. Es wurden die Namensrechte gekauft, außerdem besitzt die neue Lily Next-Gen Drone die bereits bekannten Augen der alten Lily Drone. Nun fragt man sich zurecht, ob es so klug ist eine völlig neue Drohne den Namen und teilweise die Optik einer kläglich gescheiterten Drohne zu geben – wir finden das etwas sehr riskant. Die alte Lily Drone geht als das größte gescheiterte Drohnen Crowdfunding Projekt in die Geschichte. Die Unterstützer werden gerade erst wieder ausgezahlt, nachdem das Projekt restlos gestrichen werden musste. Doch die Mota Group scheint offenbar zu denken, dass es eine gute Idee ist ihre neue Drohne den gleichen Namen wie der gescheiterten Lily Drone zu geben, bzw. halt Lily Next-Gen Drone.

Kamera und FPV

Die neue Lily Next-Gen Drone hat bis auf den Namen und einige Teile der Optik nichts und wirklich garnichts mit der alten Lily Drone gemein. Der Name Lily Next-Gen Drone ist daher schon etwas unglücklich gewählt, da er impliziert, dass es sich um eine Weiterentwicklung der ersten Version handelt. Das ist keineswegs der Fall. Die neue Lily Next-Gen Drone besitzt im Vergleich zur originalen Lily Drone eine 4K Kamera mit 13 Megapixeln statt einer 1080p Full-HD Kamera. Eine FPV-Funktion ist ebenfalls integriert. Das Live-Bild der Kamera wird in Echtzeit auf das Smartphone des Piloten gesendet. Das funktioniert jedoch nur in einer Funkreichweite von max. 120 Metern, was etwas mau ist. Ein Gimbal ist nicht an Bord, eine Bildstabilisierung findet dennoch statt. Die Aufnahmen werden jedoch elektronisch stabilisiert und nicht mechanisch.

Lily Next-Gen Drone
Lily Next-Gen Drone

Funktionen und Features

Die neue Lily Next-Gen Drone besitzt im Vergleich zur originalen Lily Drone faltbare Propellerarme. Das Design ist jedoch von der GoPro Karma abgekupfert, bei der die Propellerarme ebenfalls nach hinten geklappt werden. Die Lösung der DJI Mavic Pro ist wesentlich eleganter, portabler und praktischer als bei der Lily Next-Gen Drone. Für einen stabilen Flug und eine Schwebeflugfunktion sind zahlreiche Sensoren und eine GPS-Funktion integriert. Die neue Lily Next-Gen Drone ist nicht wasserdicht, gerade das war bei der originalen Lily Drone ein Hauptgrund für den Kauf vieler Unterstützer. Das Hauptaugenmerk des neuen Quadrocopters liegt, wie bereits beim Original, bei Aufnahmen mit der Follow-Me Funktion. Die Drohne folgt dem Piloten selbstständig und filmt ihn dabei. Es gibt eine Version ohne und eine mit Fernbedienung. Bei der ohne Fernbedienung steuert man die neue Lily Next-Gen Drone ausschließlich über das eigene Smartphone.

Riskant...

Wir empfehlen grundsätzlich allen Interessenten abzuwarten ob die neue Lily Next-Gen Drone ausgeliefert wird und wie sie bei den Käufern ankommt. Die Auslieferungen sollen Ende September starten, dann wird man auch erste Testberichte finden. Ob es so klug war den Namen der am meisten gescheiterten Drohne zu benutzen wird sich zeigen, wir finden das alles andere als klug. Die neue Lily Next-Gen Drone ist nicht wasserdicht, das war damals für die Unterstützer der originalen Lily Drone das Hauptargument diesen Quadrocopter zu kaufen bzw. das Projekt zu unterstützen. Die Webseite wurde von der Mota Group ebenfalls übernommen, dort kann man die neue Lily Next-Gen Drone kaufen. Wir sind sehr gespannt wie die Mota Group diesen Spagat bewältigen will und ob sie das bewältigen werden. Das Vertrauen in den Namen Lily Drone ist mehr als beschädigt.

Lily Next-Gen Drone
Lily Next-Gen Drone

Fazit

Ob man das Risiko der Lily Next-Gen Drone eingeht muss jeder selbst entscheiden, wir raten allen erstmal abzuwarten ob die neue Lily Next-Gen Drone ein genauso großes Desaster wird wie die originale Lily Drone. Die Standard Version ohne Fernbedienung kostet zu Beginn 499 US-Dollar und wird später teurer sein. Das „Fully Loaded Package“ mit Fernbedienung und zusätzlichem Zubehör kostet zu Beginn 799 US-Dollar. In der Fernbedienung ist ein Display integriert. Die Lily Next-Gen Drone wiegt nur 385 Gramm und die Maße betragen ausgeklappt 311 x 272 x 76 mm. Die Flugdauer des austauschbaren Akkus beträgt 18 Minuten. Mit dem mitgelieferten Quick Charger soll der Akku in einer Stunde geladen sein. Die maximale Geschwindigkeit beträgt 40 km/h. Die maximale Flughöhe beträgt nur magere 15 Meter und die maximale Flugweite nur 30 Meter. Das Hauptaugenmerk liegt zwar auf Follow-Me Aufnahmen (dafür genügt die Höhe und Weite), doch sowohl Höhe als auch Weite sind mehr als enttäuschend.