Einordnung: Die Checkliste vereinfacht die Vorbereitung. Bei Sonderfällen oder unklaren geografischen Gebieten entscheidet die zuständige Stelle, nicht dieser Artikel.
Die Startfreigabe in sechs Fragen
Bevor die Motoren laufen, solltest du sechs Fragen klar beantworten können:
- Bin ich als Betreiber registriert, falls Gewicht oder Sensorik das verlangt?
- Ist meine e-ID korrekt angebracht und habe ich die nötige Qualifikation?
- Besteht eine passende Haftpflichtversicherung?
- Passt der geplante Betrieb zu Klasse, Gewicht und Unterkategorie?
- Ist der konkrete Ort im aktuellen dipul-Map-Tool geprüft?
- Sind Menschen, Wetter, Akku und Fluggerät für diesen Start beherrschbar?
Wenn eine Antwort offen ist, bleibt die Drohne am Boden. Ein automatischer Startknopf oder GPS ersetzt keine dieser Prüfungen.
Vor der Anfahrt
Betreiberstatus und Nachweise
Prüfe Registrierung und Qualifikation nicht erst am Feldrand. In Deutschland ist die Betreiberregistrierung bei mehr als 249 Gramm und auch bei leichteren Drohnen mit einem Sensor zur Erfassung personenbezogener Daten relevant. Ab 250 Gramm ist nach dipul in der offenen Kategorie grundsätzlich der passende Kompetenznachweis erforderlich. A2 verlangt eine zusätzliche Qualifikation.
Die Unterschiede erklärt der Drohnenführerschein-Ratgeber.
Versicherung
dipul nennt eine Haftpflichtversicherung ausdrücklich als Teil der Vorbereitung. Kläre, ob dein Vertrag genau diesen Drohnenbetrieb abdeckt. Eine private Haftpflicht enthält das nicht automatisch in jeder Ausgestaltung.
Standort und geografische Gebiete
Öffne das offizielle dipul-Map-Tool für den tatsächlichen Start- und Flugbereich. Prüfe nicht nur einen Punkt, sondern die geplante Fläche. Kontrollzonen, Infrastruktur, sensible Gebiete und temporäre Einschränkungen können zusätzliche Voraussetzungen auslösen.
Ein Screenshot vom letzten Monat ist keine aktuelle Prüfung. Wenn eine Freigabe oder behördliche Entscheidung nötig ist, muss sie vor dem Flug vorliegen.
Am Flugort
Menschen und Umgebung neu beurteilen
Eine Planung kann korrekt sein und die Situation vor Ort trotzdem nicht passen. Spaziergänger, Sportgruppen, Tiere, Fahrzeuge oder Bauarbeiten verändern den Betriebsbereich. In A3 müssen unbeteiligte Menschen aus dem Bereich herausgehalten und die vorgeschriebenen Abstände zu Wohn-, Gewerbe-, Industrie- und Erholungsgebieten eingehalten werden.
Menschenansammlungen dürfen in der offenen Kategorie nicht überflogen werden. Bei A1 bedeutet „über Menschen“ ebenfalls nicht, dass ein geplanter Überflug unbeteiligter Personen die normale Flugroute sein sollte.
Wetter realistisch prüfen
Beurteile Wind am tatsächlichen Ort und in der vorgesehenen Höhe. Zwischen Gebäuden, Baumkanten und Hängen entstehen Böen und Verwirbelungen. Ein leichtes Modell kann am Boden ruhig wirken und oberhalb der Deckung überfordert sein.
Beachte die Herstellergrenzen für Temperatur, Niederschlag und Wind. Fehlen belastbare Daten, ist das kein Freiraum, sondern eine Unsicherheit.
Technikcheck vor jedem Akku
- Gehäuse und Arme: keine Risse, lockeren Verbindungen oder Verformungen.
- Propeller: richtig zugeordnet, unbeschädigt und fest montiert.
- Akku: nicht aufgebläht, beschädigt, ungewöhnlich warm oder feucht.
- Fernsteuerung und Telefon: ausreichend geladen, Kabel und Halterung sicher.
- Speicher und Kamera: nur relevant, wenn die Aufnahme vorgesehen ist, aber vor dem Start prüfen statt in der Luft.
- Kompass, IMU und Satelliten: Warnungen ernst nehmen. Nicht routinemäßig an ungeeigneten Orten kalibrieren.
- Rückkehrhöhe und Homepoint: nur einstellen, wenn das System sie wirklich unterstützt, und Hindernisse im Bereich berücksichtigen.
Bei einer gebrauchten oder lange gelagerten Drohne kommt ein vollständiger Funktionscheck hinzu. Die Gebrauchtkauf-Checkliste behandelt Akku, App und Lieferumfang ausführlicher.
Während des Flugs
Die EASA nennt für die offene Kategorie eine maximale Höhe unter 120 Metern über Grund. Halte die Drohne in direkter Sichtweite oder nutze einen Beobachter nur unter den dafür geltenden Bedingungen. Ein Videobild zeigt nicht zuverlässig andere Luftfahrzeuge, Hindernisse oder Menschen außerhalb des Kamerawinkels.
Plane Akkureserve für Rückweg und Landung ein. Hersteller-Flugzeiten entstehen unter bestimmten Bedingungen und sind kein Zielwert für jeden Flug. Gegenwind auf dem Rückweg, Kälte und ein alter Akku verkürzen die nutzbare Zeit.
Brich ab, wenn Orientierung, Verbindung, Wetter oder Bereich nicht mehr kontrollierbar sind. Eine automatische Rückkehr ist eine Rückfallebene, kein normaler Ersatz für eine geplante Landung.
Nach der Landung
Stoppe die Aufzeichnung, schalte in der vom Hersteller vorgesehenen Reihenfolge aus und kontrolliere Akku und Propeller. Ein harter Kontakt oder ungewöhnliche Vibration gehört vor dem nächsten Start untersucht.
Lagere Akkus nach Herstellerangabe und nicht aufgeheizt im Fahrzeug. Notiere Auffälligkeiten, statt beim nächsten Flug auf Erinnerung zu vertrauen. Bei mehreren Akkus hilft eine einfache Kennzeichnung, schwächer werdende Exemplare zu erkennen.
Die wichtigste Gewohnheit
Behandle jeden Flug als neuen Vorgang. Derselbe Ort kann heute anders genutzt oder eingeschränkt sein. Derselbe Akku kann nach langer Lagerung einen anderen Zustand haben. Und eine Softwareaktualisierung kann Einstellungen verändern. Gute Routine bedeutet deshalb nicht, die Prüfung wegzulassen, sondern sie kurz und konsequent durchzuführen.